Milch und Honig

I say that’s the land of milk and honey
(Chris Rea – Looking For A Rainbow)

Wir leben doch wahrlich in einem Land in dem Milch und Honig fließt.
Nein, nicht weil die Pendlerpauschale schon wieder diskutiert wird. Auch die Mehrwertsteuer-Erhöhung liegt ja schon lange zurück. Nein, auch nicht weil sich auf einmal BILD und Greenpeace zusammenschließen, um mal für 5 Minuten das Licht auszumachen. Finde ich sowieso komisch, es ist doch schließlich der Letzte, der das Licht ausmachen soll.

Ich meine jetzt auch nicht das Revival Konzert von Led Zeppelin. Gut, das kommt dem Paradies vielleicht schon bedenklich nahe.

Nein, wir leben hier so gut, weil es uns einfach so gut geht. Es geht uns so gut, dass wir nicht einfach nur für die Vitamin-unter- bzw. mangel-ernährte Bevölkerung Vitaminpillen herstellen. Mitnichten! Wir haben sogar schon Vitaminpillen für unsere Kleinsten. Denn auch die Kleinsten sollen ja die Möglichkeit haben gefahr- und folgenlos Schokolade in rauen Mengen zu essen und trotzdem kein Skorbut zu bekommen. Gerade vor Weihnachten ein ganz wichtiger Punkt.

Aber gerade weil den Kleinsten die Pillen nicht besonders munden und sie von Natur aus davon abgeschreckt sind, werden die Tabletten jetzt auch noch marketing-mäßig aufgepeppelt:

Wie süüüüß. Die Vitamindröhnung in Teddyform. Wer kann da schon “Nein” sagen? Und gleichzeitig können wir unsere Kinder schön an die Nahrungsergänzungs-Industrie gewöhnen. Äpfel? Viel zu umständlich und auch nicht süß genug.
“Nein, mein Kind. Tabletten sind nix schlimmes. Nimm ruhig zwei davon … die sind gut. Viel hilft viel! Weil sie so lecker schmecken und auch noch so witzig aussehen.

Und, wenn du dann in späteren Jahren nicht einschlafen kannst, dann gibt es bis dahin sicherlich auch Schlafmittel in ‘Kissen’-Form. Kopfschmerztabletten in ‘Hammer’-Form oder Potenzpillen in … na ja, lassen wir das.”

Ich fühle mich so paradiesisch geborgen, mitten in den guten Händen der Pharma-Industrie.

Gemeinsamkeiten von Raclette und Computern

Wir sitzen mal wieder bei einer typischen hektischen Mahlzeit zusammen. Fabian und Felix reden was das Zeug hält. Annabelle versucht mit einem klugen Schachzug das allgemeine Durcheinander an Gesprächsfetzen ein wenig zu kanalisieren

Annabelle
Auf was für ein Essen habt ihr denn an Weihnachten Lust? Sollen wir Raclette machen?
Felix und Fabian
(im Chor) Auu jaaaahhhh!
Fabian
Da können wir die Pfännchen füllen und dann in das Gerät schieben. Oha!
Annabelle
(die Augen leicht gegen die Decke gerichtet) Oha! Genau! Und dann hat nachher jeder den Teller voll, weil euch das Braten so einen Spaß macht. Nur gegessen wird nix.
Felix
Das ist doch genauso wie beim Computer. Da schiebt man auch so eine CD rein und dann wird die gebraten.

Da bekommt man sein Fett weg

Wir spielen in gemütlicher Runde am Küchentisch “Die Reise zum Mond”.

Jedem der dieses wundervolle Kinderspiel nicht kennt (so wie ich), seien hier noch kurz die Regeln erklärt. Ein Mitspieler denkt sich ein Muster aus (z.B. “Alles was mit ‘A’ beginnt”) und legt dann los: “Ich nehme eine Ameise mit zum Mond!”. Die Anderen nehmen verschiedene andere Dinge mit. Der “Musterausdenker” entscheidet nach seiner Regel, ob der Mitspieler den Gegenstand mitnehmen darf oder nicht (also: keine “Drossel”, aber eine “Amsel”).

Die Mitspieler versuchen nun die dahinterliegende Regel herauszufinden.
Die Regeln sind dabei beliebig kompliziert (z.B. “Alles was aus Elementen der 1. Gruppe des Periodensystems besteht” oder ähnliche Regeln, die man prima mit Kindern spielen kann)

Fabian
(hat sich eine Regel ausgedacht) Ich nehme “Milch” mit.
ich
Hmm, ok (in der Erwartung dass die Regel sein könnte “Alles was mit ‘M’ beginnt”) Ich nehme “mich” mit.
Felix
(ganz aufgeregt) Ich weiß es! Alles wo “Fett” drin ist.

Seufz

Grüner Geschmack

Wenn Fabian und Felix im Urlaub ihr Go-Kart-Fahren beendet hatten, gab es als “Abschluss”-Geschenk meistens einen Lutscher. Toll. Wir “zahnbewußten” Eltern waren zwar nicht sonderlich begeistert. Fabian und Felix aber umso mehr. Insbesondere weil die Lutscher so richtig fiese grelle Farben hatten.

Natürlich ging basierend auf den Farben sofort das große Geschmacksrätselraten los. Fabians Lutscher war knallrot/weiß gefleckt.

ich
Das schmeckt bestimmt nach “verblutender Kuh”.
Fabian
(leck leck) Neee. Das ist … Kirsch? (leck leck) Ne, oder … Erdbeer?
ich
Ich glaube, das ist egal!

Offensichtlich war der Geschmack völlig irrelevant.
Felix’ Lutscher war grell-gift-dunkel-grün/weiß gefleckt.

ich
Und nach was schmeckt dieses wunderschöne “grün”? Nach Waldmeister? (Viel mehr fällt mir bei “grün” ehrlich gesagt auch nicht ein. Oder hat jemand schon mal einen Pistazien-Lutscher gelutscht?
Felix
(leck leck) Neee. Der schmeckt nach Gras!

Gut, dass wir das geklärt hätten. Und: Nein! Wir waren nicht in Holland im Urlaub!

Ich liebe Umfragen

Umfragen sind toll. Da kann man jede Menge über sich selbst erfahren. Denn häufig denke ich über manche Dinge erst nach, wenn ich eine konkrete Antwort dazu geben muss.
Insbesondere kann man aber auch viel über die Umfrage-Ersteller erfahren und deren Annahmen und Einstellungen den Befragten gegenüber.
Neulich z.B. kam folgende Frage in einer Umfrage:

Schwere Entscheidung

Nein, das sind definitiv nicht die Fragen bei deren Beantwortung ich etwas über mich selbst erfahre. Nur die kleine Hilfestellung der Fragesteller finde ich etwas fehl am Platz, auch wenn es da für den ein oder anderen Diskussionsspielraum geben mag.

Schön finde ich auch folgende Frage:

Altersbereich oder konkretes Alter?

Gut, es soll so aussehen als würde man beim Alter nicht so genau hinschauen. Der Altersbereich scheint völlig auszureichen. Man möchte ja gerne anonym bleiben. Ist klar. Da will man sein Alter nicht genau kundtun. Also, gebe ich natürlich nur den Bereich an (ist außerdem einfacher, nur ein Klick, kein Getippe).

Altersbereich UND konkretes Alter

Ups, offensichtlich kommt man nicht so einfach um das konkrete Alter herum. Sie wollen unbedingt eine konkrete Zahl. Aha, und man soll sich auch noch anstrengen und den richtigen Altersbereich zusätzlich angeben. Das überfordert mich und ich muss unbedingt folgendes angeben:

Inkonsistentes Alter

Aber, die Fragebogenprogrammierer waren schlau:

Schlaue Eingabevalidierung

Sie stecken ihre Arbeit lieber in die Eingabe-Überprüfung anstatt vielleicht die Ermittlung des Altersbereich anhand des konkreten Alters selbst vorzunehmen. Meine Güte.

Tolles Captcha oder ich bin ein Bot

Da stolper ich gerade über ein interessantes Forum. Dort gibt es Anleitungen nach dem Motto “pimp up my W-Lan”. Leider kann man die Bilder nur als registrierter Benutzer sehen. Nun gut, das ist wirklich kein Problem. Ich bin geübter “Registrierer”. Sobald ich die Formularfelder “Benutzername”, “Kennwort”, “Email” sehe, bin ich dabei. Ausfüllen, abschicken (möglicherweise einen Aktivierungslink klicken) und ab geht die Post.
Das geht meistens so schnell wie ich dann auch nachher das Kennwort vergessen habe und den kompletten Dienst dahinter sowieso.
Diesmal jedoch ist – was ja nun auch häufig vorkommt – noch ein Captcha im Weg.
So sieht es aus:

Captcha

Hmmmm, ich versuche die Buchstaben zu erraten. Was ist das da für ein komisches Geschnörkel an dem fünften Zeichen? Das letzte Zeichen könnte auch eine verzerrte “8” sein.
Peng. In der Tat, leider stimmt meine Zeichenkette nicht mit der im Bild dargestellten überein.

Neuer Versuch:

Captcha2

Das fünfte Zeichen sieht schon wieder so komisch aus. Ein “G”? Nein. Offensichtlich habe ich wieder nicht richtig “geraten”.
Geschlagene zehn Versuche später habe ich es geschafft. Was soll das? Wenn man sich nicht registrieren soll, dann könnte doch das Forum einfach keine Registrierung anbieten.

Es gibt ja mittlerweile Captcha für Menschen, die “visually impaired” sind. Offensichtlich gehöre ich mittlerweile mehr dazu, als ich vermutet hatte.

Reicht es wirklich nicht aus einfach die Buchstaben ganz normal, also unverzerrt, im Bild darzustellen? Sind die Bots schon so weit, dass sie die Bilder mit “normalen” Buchstaben entziffern können? Muss es dann so schlimm verzerrt werden, dass man sich als Nutzer schon vorkommt wie ein Analphabet oder wie beim Ablesen der Buchstaben von der Lesetafel beim Augenarzt?

Nachdem ich von SPAM geflutet wurde, reichte der Einbau eines Standard-Captcha. Dieses war initial allerdings ebenso schwierig zu lösen, wie das Freitag-Kreuzworträtsel der FAZ (ähnlich schwierig eben wie das oben gezeigte Captcha). Wer möchte kann das Captcha ja gerne auf dieser Website suchen.

Glücklicherweise konnte man die Konfigurationsparameter so weit verstellen, dass es nun mit vier deutlichen und nahezu unverzerrten Buchstaben (ohne Ziffern und ohne so verdächtig ähnliche leicht verwechselbare Buchstaben wie “I” und “J”) auskommt. Sozusagen nicht schwerer als 1+1 zu lösen. Ein Klacks für einen Bot.

Und ich befürchtete schon, dass es möglicherweise nur zwei Tage Ruhe vor SPAM geben würde bis die Teufelsbrut des Internets diesen einfachen Mechanismus dank ihrer geistigen Kraft durchbrochen hätte.

Aber nein, nichts. Bis heute (knapp 1 Jahr später) ist kein SPAM mehr über die Kommentare eingetrudelt. Oh welch Wunder.

Also Leute. Macht es uns “Nicht”-Bots doch bitte nicht gar so schwer.

Es ist eine Qual mit dem Fernsehen

Eine Woche herrlicher Urlaub liegt hinter uns. In der sehr schön gelegenen Ferienwohnung gab es tatsächlich einen Fernseher. Glücklicherweise war die Versuchung “durchzuzappen” nicht besonders groß. Es gab nämlich nur ein deutsches Programm. Natürlich das eine Programm bei dem man in der ersten Reihe sitzt.

Ein Programm macht echt was her, da kann man sich sogar die Fernbedienung sparen. Nun gut. Leider sind wir dann doch bei einer komischen Sendung hängengeblieben, bei der ich mich im Nachhinein noch frage: wofür wurde da bitteschön Zelluloid verschwendet? Ich habe mich sogar dermaßen geärgert, dass es mir fast den Urlaub versaut hätte.

Aber glücklicherweise konnten wir dann die restlichen Tage bei absoluter Fernsehabstinenz genießen.

Diese Woche Enthaltsamkeit hat aber offensichtlich ausgereicht, um meine sowieso schon sehr geringe Niveau-Erwartung an das deutsche Fernsehen ein klitzekleines bisschen höher zu schrauben.
Als wir also wieder zu Hause im Fernsehparadies waren, in dem sogar zwecks Zappen mehrere Kanäle vorhanden sind, blieb ich auch gleich bei einem privaten Sender hängen. Eine Show für Guiness-Rekorde. Nun ja.
Ich zappe just in dem Moment hinein, als jemand mit seiner Stirn einen hölzernen Klodeckel nach dem anderen zerstört. Offensichtlich hat der Kerl ein Brett vorm Kopf.
In einem Youtube-Video hätte ich mir das Ganze wohl immerhin maximal ca. 5 Sekunden angeschaut. Hier jedoch durfte man das ganze Gelage in seiner vollen Schönheit “1 Minute bzw. ein paar Dutzend zerstörte Klodeckel” lang bewundern.

Ich war offensichtlich zu sehr gelähmt, um den Zap-Knopf der Fernbedienung zu finden. Als das Klodeckel-Gemetzel vorbei war, wurde mir schlagartig klar: mehr Kanäle machen auch nicht mehr Qualität. Erträglich wird das alles nur durch rechtzeitiges umschalten.

Nicht, dass ich das nicht schon vorher wusste. Aber so etwas braucht wirklich niemand. Ich werde mir demnächst jedenfalls wieder öfters ein Buch gönnen.

Schlechte Idee

Offensichtlich war es doch keine gute Idee das WebImageSnap-Skript von diesem Server für alle verfügbar zu machen. Es wurde massiv von sehr dubiosen Seiten eingebunden. In den meisten Fällen wurde es zwar eingebunden aber nicht genutzt.

Außerdem wurde weder ein Backlink gesetzt, noch in irgendeiner Form die Herkunft gekennzeichnet oder erwähnt. Darüber hinaus möchte ich von einigen der einbindenden Sites auch gar keinen Backlink haben.

Ich habe mich daher entschieden das Skript nicht mehr zur Verfügung zu stellen und habe es gelöscht.

Wer Fragen hierzu hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen oder mich per Email (s.u.) kontaktieren.

Für das Krickelkrackel?

“Unser” Einkaufszentrum hat sich mal wieder etwas einfallen lassen. In den “Gassen” hängen diesmal käuflich erwerbbare Bilder diverser Künstler. Glücklicherweise sind die Bilder mit 2 Bändern an der relativ hohen Decke befestigt, so dass die Bilder schön hin- und herschwingen, sobald sie angestoßen werden.

Wir spazieren neben der ersten Reihe an Bildern vorbei. Da die Bilder nicht mein Geschmack sind, ignoriere ich sie und denke nur “hoffentlich kommen wir hier heile vorbei”. Aber da sehe ich schon das erste Bild aus dem Augenwinkel hin- und herschwingen. Fabian konnte nicht anders, er musste unbedingt das Bild anschubsen. Wir stehen vor dem zweiten Bild und stellen Fabian erstmal zur Rede. Schließlich wollen wir gerne unbehelligt an den nächsten gefühlten 2 Millionen Bildern vorbei kommen.
Als Argumentationshilfe dient der Beschreibungszettel am Bild:

ich
Fabian, lass die Finger von den Bildern. Die hängen hier nicht zum anschubsen, sondern zum Verkaufen. Und so ein Bild kostet (schräger Blick) ähm … uff 4000 EUR.
Felix
Ist das viel?
Annabelle
Ja, das ist ziemlich viel. Dafür können wir alle in den Urlaub fahren.
Felix
sehr empört und sehr laut WAAAAS? Sooooo vieeeell? Für das KRICKELKRACKEL?

Eins muss man unseren Kids ja lassen. Geschmack haben sie.