Betten fegen

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Das merke ich immer wieder, wenn sich unsere Kids neue Möglichkeiten zur Sprachumbiegung ausdenken. Es liegt natürlich einmal in der Natur der Dinge, dass den Beiden nur ein etwas eingeschränkterer Wortschatz zur Verfügung steht. Glücklicherweise sind sie so hemmungslos mit den Wörtern, die sie zur Verfügung haben alles auszudrücken was sie möchten. Das Schöne daran ist, dass man sie im Kontext gut verstehen kann.

Außerhalb des Kontext sorgt die Frage: “Hast du dein Bett schon gefegt?”, sicherlich für eine Bewegung der Augenbrauen nach oben.

Aber so ist es. Fabian und Felix fegen morgens ihre Betten. Soll heißen: Sie machen ihre Betten (allerdings gibt das nicht ganz den Umfang der Tätigkeiten her).

Bett fegen, heißt in Fabians und Felix’ Fall folgendes:

  • die Decke wird aufgeschlagen (d.h. sie liegt so halbwegs ordentlich am unteren Bettende)
  • die Decke wird glatt gestrichen (ich glaube, daher kommt auch der Begriff fegen)
  • der Schlafanzug wird augebreitet auf die gefegte Decke gelegt und auch glatt gefegt
  • das Kopfkissen kommt an das Kopfende (ist allerdings ein Zusatzfeature und wird nur an guten Tagen gemacht)

Danach wird natürlich sofort in unser Schlafzimmer gerannt und freudestrahlend verkündet (meistens von Felix, weil Fabian lieber spielt):
“Ich hab eine Überrachuhung!”

(Glücklicherweise heißt “freudestrahlend” in diesem Fall aber wirklich richtig freudestrahlend!)

Und natürlich schauen wir dann erstmal in die Zimmer und sagen ebenso freudestrahlend:
“Oh, toll! Du hast ja dein Bett schon gefegt!”
Spätestens in diesem Moment müßte ich vor Lachen eigentlich auf dem Boden liegen, wenn es nicht so früh am Morgen wäre.

So viel auch dazu, dass sich der Wortschatz der Kinder nicht unbedingt erweitert, sondern vielleicht der Wortschatz der Eltern eher verringert oder umdeutet. Zumindest gehört für mich der Begriff “Bett fegen” seit einiger Zeit zum “normalen” Umfang der deutschen Sprache.

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4 Gedanken an “Betten fegen

  1. Vielen Dank, für die Blumen.

    Vielleicht sollte ich ja doch meinen Job als Bäcker an den Nagel hängen :-D

    Ich hoffe, du klickst dafür auch ordentlich auf die interessanten Angebote oben auf der Seite ;-)

  2. eine frage an den experten: was ist besser, kinderwagen oder tragegurt?

    gruß
    martin

    “Vielleicht sollte ich ja doch meinen Job als Bäcker an den Nagel hängen :-D”

    jedenfalls als bäcker von kleinen brötchen :-)

  3. Ich denke nicht dass Kinderwagen und Tragegurt Alternativen sind. Einen Kinderwagen brauchst du sowieso. Im Tragegurt kannst du die Kleinen höchstens im Haus rumtragen. Wir sind jedenfalls gut fast ohne Tragegurt ausgekommen.
    Annabelle hat Fabian im Tragegurt mal mit zur Uni geschleppt.
    Seitdem die Kinder da sind backe ich immer nur kleine Brötchen.

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